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JUNUT 2023

Hallo Zusammen,


dieses Wochenende war es endlich so weit: Der Jurasteig Nonstop Ultratrail von Gerhard Börner und seinem Team fand in Dietfurt statt. Was ich da alles mit Frauchen erlebt habe, werdet ihr nie glauben!


Eigentlich wollten wir Freitag ja bereits um 9 Uhr starten. Aber am Donnerstag ist Frauchen dann plötzlich klar geworden, dass die Fähre der Feuerwehr an Verpflegungspunkt 3, welche uns über die Donau bringen sollte, erst ab 21 Uhr losfahren wird und sie hat uns spontan auf den 11 Uhr-Start umgebucht. Denn lieber länger durch die Nacht laufen, als bei Kälte auf ein Boot warten.

Am Freitagmorgen nach einem gemütlichen Frühstück sind wir nach Dietfurt gefahren und haben unsere Startunterlagen und den Live-Tracker abgeholt. Zusätzlich gab es noch eine tolle Reisetasche und ein Buff für Sandra. Wir wurden direkt herzlich von Gerhard und seinem Team empfangen.

Auch Peijing und Holger haben dort auf uns gewartet, um gemeinsam mit uns zu starten. Wir sind ja nur die 104 Kilometer angegangen, aber Peijing und Holger haben sich den langen Distanzen (170 und 239 KM) gestellt.

Am Start haben wir zufällig noch Ralf und Andreas aus dem Spreewald getroffen, die wir noch vom TransAlpineRun kennen. Man hab ich mich gefreut, so viele vertraute Gesichter zu sehen.

Nach einem kleinen Fotoshooting und einer kurzen Begrüßung durch Gerhard und den Bürgermeister ging es endlich los!


Übrigens: Sandra und Sascha haben sich extra passend zu meinem neuen Gurt, neue T-Shirts machen lassen. Ich finde orange sieht echt toll aus.

Schon nach den ersten Kilometern haben wir Peijing und Holger ziehen lassen. Ich musste ein paar Geschäfte erledigen, bevor ich richtig loslegen konnte. Die ersten Kilometer waren schon schönste Trails und es ging einen tollen laubbedeckten Hang hinunter. Da ist die Lauffreude voll mit mir durchgegangen und ich hätte beinahe noch Läufer umgerannt. Aber es war so schön im Laub.

Irgendwann haben wir zu Ralf und Andreas aufgeschlossen, sie dann auch gleich darauf an einem Anstieg wieder verloren. Kurz vor der ersten Verpflegungsstelle sind wir falsch abgebogen... aber dank meinem guten Orientierungssinn habe ich uns heil zurück auf Track und zur VP 1 gebracht. Sascha hat da bereits mit Essen und Trinken gewartet. Für mich hatte er ein paar Würstchen zusätzlich organisiert. Kurze Zeit später kamen auch Andreas und Ralf an, mit denen wir dann weitergezogen sind.

Zu viert ging es auf die nächsten 24 Kilometer zur zweiten Verpflegungsstation. Andreas, Ralf, Sandra und ich haben uns echt gut verstanden und vom Tempo her hat es auch gut geklappt. Sascha hat uns zwischendurch mit der Drone gefilmt. Man war das super ihn zu sehen. Wir haben uns riesig gefreut. Durch das Tracking wusste Sascha immer, wann wir wo sind, um tolle kleine Videos von mir zu machen. Irgendwann wurde unsere Gruppe noch etwas größer und ein weiterer Läufer schloss zu uns auf. Leider ging es ihm nicht gut und er fühlte sich bei uns wohl. Also haben wir ihn mitgenommen.


Zwischen VP2 und VP3 hatte Sandra dann ihr tiefes Loch. Irgendwie ging plötzlich nichts mehr. Ich habe sie angestumpt, Andreas hat ihr zugeredet und die Männer haben alle ihr bestes gegeben, damit sie weiterläuft. Vielleicht waren das dann doch etwas die Nachwirkungen der Grippe, die Sandra am Osterwochenende hatte. Irgendwann ging es wieder und Sandra ist nach laaaaanger Gehpause wieder weiter gelaufen. Ich dachte schon, das war's.

Was ich echt toll fand, dass unsere Gruppe total zueinander gestanden hat. Jeder hat auf jeden gewartet und Rücksicht genommen und gemeinsam kamen wir gegen 23:30 Uhr bei VP 3 an. Hier haben wir etwas länger pausiert und Sascha hat sich ausführlich um uns gekümmert. Für mich gab es ganz viel Essen und Trinken und Sandra, Andreas und Ralf haben sich umgezogen und für die Nacht vorbereitet. Unser anderer Mitläufer hat an der Stelle aufgehört, da es ihm wirklich nicht gut ging und das Shuttle zurück nach Dietfurt genommen.


Dann ging es weiter: Zur Fähre über die Donau. Die Jungs von der Feuerwehr haben sich riesig über mich gefreut. Nur wie ich da reinkommen sollte, das hat keiner so wirklich bedacht. Also hat Sandra mich kurzerhand hochgehoben und so schnell konnte ich nicht schauen, hat sie mich einfach an Ralf, der bereits im Boot war, übergeben. Im ersten Moment war ich mir etwas unsicher, ob ich mich von jemand anderem als Sandra oder Sascha hochheben lassen sollte, aber Ralf ist Ultraläufer, von daher hab ich da eine Ausnahme gemacht. Der Bootsfahrer hat direkt den Platz neben sich für mich reserviert. Dort war ich sicher, windgeschützt und konnte alles sehen. Die Fahrt hat mir dann echt gut gefallen und war viel zu schnell vorbei.

Auf der anderen Seite ging es weiter auf die nächsten 15 Kilometer Richtung Ziel.


In der Dunkelheit kehrte irgendwie Ruhe in die Truppe ein. Und da jeder eine Kopflampe hatte, war es gar nicht wirklich dunkel. Aber so langsam entschieden sich meine Trailrun-Freunde eins auf Speedhiking zu machen. Immer wieder kamen mal andere Läufer von hinten oder wir schlossen zu anderen auf und sind mit ihnen gelaufen. Die Wege waren extrem matschig und ich war der Einzige, der damit echt kein Problem hatte. Sandra ist dauernd gerutscht und auch Andreas und Ralf haben über den Matsch des öfteren mal geflucht.


An der vierten Verpflegungsstation haben wir auch Gerhard getroffen. Er hat sich zu mir und Sandra gesetzt und wir haben von unseren bisherigen Erlebnissen erzählt. Wenigstens haben wir uns nicht mehr verlaufen, da die Reflektoren an den Schildern echt gut den Weg gezeigt haben.

Ich habe mir den Bauch mit Nüssen und Würstchen vollgeschlagen und dann ging es auch schon weiter.


Aber so langsam kam die Müdigkeit... es war ja jetzt schon 3 Uhr nachts. Eigentlich hatten wir uns vorgenommen, dass wir bis 4 oder spätestens 5 am Ziel sind, aber bei allen war die Luft raus. Ich wollte sie ja alle motivieren, aber dann kam der Regen. Mist... damit hatte ich gar nicht gerechnet. REGEN! Jetzt war ich erstmal total gefrustet und hab dauernd gebremst. Irgendwann hat Sandra dann die Leine abgemacht und gesagt, ich soll jetzt bitte durchhalten, auch wenn es regnet. Ehrlich Leute, ich wär noch 100 Kilometer gelaufen... aber Regen geht gar nicht. Die letzten 4 Kilometer zogen sich durch den Regen ewig in die Länge. Zum Glück haben wir die Kiste mit den Armbändern, welche man beim JUNUT sammelt, nicht verpasst und jeder hat ein Armband mitgenommen. Aber irgendwann haben wir dann Pielenshofen gesehen: Das ZIEL. Da hab dann sogar ich, trotz Regen, nochmal richtig Gas gegeben.

In der Nähe vom Ziel stand schon Sascha. Er hat Fotos gemacht und uns zugejubelt! Hinter uns lagen 104 Kilometer, Trails, Match, Regen, Dunkelheit und sehr viele Höhenmeter! Wir waren undenkbar stolz!

Ich bin direkt zu Sascha gelaufen und hab nach meinem Siegesbademantel gefragt... den hatte er natürlich vergessen. Gerhard meinte dann noch, dass der Hundeföhn leider auch nicht da sei... Aber in der Finisherhalle gab es ein warmes Plätzchen für mich und jede Menge Essen. Das hat mich den Regen schon fast vergessen lassen.

Sandra, Ralf und Andreas haben sich geduscht und umgezogen. Danach haben wir uns verabschiedet und sind Richtung Heimat gefahren. Den restlichen Tag habe ich geschlafen und regeneriert.


Der JUNUT hat wirklich ein anspruchsvolles Streckenprofil und bietet eine tolle Herausforderung. Gerhard und sein Team sind super organisiert und an jeder VP gibt es alles, was das Herz begehrt. Schade war, dass es kein richtiges FINISH gegeben hat. Aber das war vielleicht auch dem Wetter geschuldet. Wir haben uns sehr wohl gefühlt. Und ich wurde wieder von allen Mitläufern herzlich aufgenommen, gekuschelt und gehörte einfach dazu. Hierüber freuen wir uns immer sehr und sind euch allen sehr dankbar, dass ihr mich an eurem Sport teilhaben lasst.

Der größte Dank gilt Sascha, der sich aufopferungsvoll von morgens bis abends und durch die Nacht hindurch um uns gekümmert hat. Er hat Fotos gemacht, uns angefeuert, geschaut, dass wir richtig laufen und uns an den Verpflegungspunkten umsorgt. Ohne eine gute Unterstützung wird so ein Wettkampf gleich viel härter.

Natürlich auch ein großes Danke an unsere Mitläufer Andreas und Ralf! Es ist immer schön, was man für Menschen bei unserem Sport trifft und wie zufällig man zueinander findet und sich durch die Höhen und Tiefen eines Ultrawettkampfes motiviert. Und wie viel Rücksicht Menschen auf dich nehmen, die du vorher kaum kanntest. Beim JUNUT hat sich wieder gezeigt: Beim Ultrarunning geht es nicht um die beste Zeit, sondern darum, gemeinsam die Strecke zu meistern. Und wenn deine Mitläufer ein Tief haben, stehst du das mit ihnen durch und es ist egal, ob du statt 16 dann 18 Stunden brauchst. Hauptsache du kommst an. Wir hoffen, dass wir Andreas und Ralf noch öfter treffen und vielleicht noch den ein oder anderen Ultratrail gemeinsam meistern.

Wir haben unseren 100 Kilometerfluch gebrochen und die 104 Kilometer und fast 3.0000 Höhenmeter gemeistert! Und ich kam endlich mal wieder voll auf meine Kosten! Das habe ich echt genossen!

Jetzt freuen wir uns auf das nächste Abenteuer in vier Wochen als Schlussläufer beim DAV Neckarcross von Holger und seinem Team!


Ach übrigens: Mir geht es heute wieder richtig gut und ich konnte es kaum erwarten rauszugehen um Ball zu spielen!



Bis Bald!


Euer Picasso






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